Kärntens Tourismus ist noch nicht im 21. Jahrhundert angekommen

Die Grünen Andersrum kritisieren den Umgang mit gleichgeschlechtlichen Paaren bei Eintrittspreisen

Markus Einicher, Sprecher der Grünen Andersrum Kärnten und Ersatzgemeinderat in Klagenfurt, ist über die anscheinend immer noch nicht beseitigte Diskriminierung von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften in Kärnten zutiefst bestürzt: „Ein lesbisches Paar mit zwei Kindern hat mich wegen eines Vorfalles um Hilfe gebeten, den ich bis dahin für unvorstellbar gehalten habe. Der Familie wurde in Minimundus, trotz ihres Hinweises auf eine bestehende eingetragene Partnerschaft, ein Familienticket verweigert. Es mussten zwei Singletickets mit jeweils einem Kind gekauft werden. Was diesen Vorfall so schlimm macht, ist nicht der finanzielle Aspekt, sondern die menschliche Verletzung der beiden Frauen und ihrer Kinder. Den Frauen wurde in aller Öffentlichkeit die Geltung ihrer eingetragenen Partnerschaft aberkannt und sie mussten ihren Kindern erklären, warum sie keine Familie sind. Es ist empörend, dass so etwas in unserem Land möglich ist. Wir haben lange um die rechtliche Absicherung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften gekämpft. Viele Menschen haben einen persönlichen Leidensweg auf sich genommen, um das zu erreichen. Es ist traurig zu sehen, dass wir jetzt zwar Gesetze, aber noch immer keine gesellschaftliche Akzeptanz für gleichgeschlechtliche Partnerschaften haben. Seitens der Geschäftsführung wurde mir gegenüber damit argumentiert, dass eine gesetzliche Partnerschaft gleichgeschlechtlicher Paare nun einmal nicht erkennbar sei, da könne ja Jede und Jeder kommen. Ich frage mich, wie eine Ehe bei heterosexuellen Paaren für eine Kassiererin erkennbar ist, oder gilt der Begriff Familie für jedes Paar, solange es nur nicht gleichgeschlechtlich ist?“ 

Frank Frey, Landessprecher der Grünen, ortet auch politischen Handlungsbedarf: „Ich sehe hier den zuständigen Tourismus-Landesrat Rumpold massiv gefordert. Es liegt an ihm, auch in solchen Themen die notwendige Aufklärungsarbeit bei den Tourismusbetrieben zu leisten. Wir kennen zwar das verklemmt-konservative Weltbild der ÖVP wenn es um gleichgeschlechtliche Partnerschaften geht, aber das kann nicht zu einer Diskriminierung von Gästen im Tourismus führen. Einerseits bemüht man sich mit Events wie dem Pink-Lake-Festival um diese Zielgruppe und dann steht man gleichgeschlechtlichen Paaren mit so einer peinlichen und unwürdigen Einstellung gegenüber. Das ist nicht tragbar.“